Volunteering forever!

Posted by Romy & Heiko Sat, 26 Nov 2005 19:30:00 GMT

have a break, have a ...
have a break, have a ...

…das ist was wir uns gerade wuenschen (besonders in Anbetracht des deutschen Wetterberichts - brrrrr!). Aber keine Angst, noch siegt die Vernunft und wir haben die Flugtickets noch nicht verkauft ;-)

Nach dem Umzug vom Hostel der ersten Woche in das Rumi Wilco Nature Reserve, welches am Rand von Vilcabamba liegt, ging es noch am selben Tag an die Arbeit. Schon am naechsten Tag schmerzten die Arme vom Flussteine werfen und Bambus schleppen aber trotzdem war die Motivation ungebrochen was nicht zu letzt an der Gesellschaft von Mitvolunteer Pedro und der Begeisterung der Eigentuemer Alicia und Orlando lag. Es folgten also Tage emsigen arbeitens die vom Kraehen des benachbarten Hahnes + Singen des Esels in der Frueh eingeleitet wurden und abends mit selbergebackenen Crepes oder cinnamon rolls von der Nachbarin (die zu dem Hahn gehoert) zum Nachtisch ausklangen. Alles in allem ist volunteering ganz angenehm, solange es sich auf vier Stunden taeglich einpegelt und man sich nicht totmacht, was in der Hitze hier woertlich genommen werden kann. Wie sagte doch unser schon erfahrener Mitvolunteer Pedro: “Hey, you are volunteers, don´t work so fast! Otherwise they give you more things to do.” … Aber immerhin hielten Orlando und Alicia uns mit selbstgemachten eisgekuehlten Obstsaeften (natuerlich nur Obst aus dem Reservat) und gelegentlichen philosophisch angehauchten Diskussionen bei Laune (der weibliche Part konnte hier abschalten). Ausserdem gab es auch ein paar nicht koerperlich anstrengende Dinge zu tun: Uebersetzungsarbeit und PC Hilfe waren gute Moeglichkeiten, sich im Schatten aufzuhalten.

Am Wochenende ging es auf eine gemeinsame Wanderung mit Pedro um auch mal aus dem Reservat rauszukommen. Diesmal haben wir den Wasserfall ohne Umwege gefunden, wenn wir auch zwischendurch nicht mehr daran geglaubt haben, da ein Berg auf den anderen folgte und im Tal nur ein trockenes Flussbett zu sehen war. Nach neun Stunden hiking schafften wir es gerade noch mit den letzten Strahlen der untergehenden Sonne wieder ins Dorf einzutrudeln. Am naechsten Tag dann das Erwachen, diesmal mit Muskelkater in den Beinen … und noch mehr fiesen Mueckenstichen. Nicht ganz so motiviert machten wir uns trotzdem wieder an die Arbeit. Ein paar Tage spaeter kam dann das Angebot, welches uns mit einem Mal fuer alle Muehen entlohnte: Wir konnten fuer den selben Preis in das Polehouse ziehen, welches direkt am Fluss im Wald liegt und in das wir uns schon am ersten Tag verliebt hatten!!! Also nix wie Sachen packen und hin! Tja, und da wohnen wir jetzt und lassen uns in der Haengematte vom Rauschen des Flusses einschlaefern und geniessen den sternenklaren Himmel bei Nacht (der eine Saukaelte mit sich bringt), die Gluehwuermchen in unserem Haus und die Geraeusche des Waldes um uns herum. Es ist so schoen, dass wir den Abfahrtstermin schon 2x verschoben haben. Heut Morgen dann von Herrn Schulz der Kommentar: “Lass uns doch erst am Montag fahren.” welcher aber von mir in Anbetracht der verbleibenden Zeit bis zum naechsten Volunteering leider abgelehnt werden musste (Das nennt man Bevormundung!). Voraussichtlich geht es also morgen, Sonntag, los in Richtung Kueste - die Betonung liegt auf voraussichtlich.

Gestern haben wir noch eine Wanderung durch das Reservat gemacht um noch einmal zu geniessen, wofuer man hier eigentlich gearbeitet hat. Schon krass, was die beiden allein so alles geleistet haben. Jede Pflanzenart traegt ihr Namensschild in Latein, Spanisch und meist auch Englisch und die Bestimmung der Voegel und Schmetterlinge laeuft auf Hochtouren. Wir sind begeistert und planen die Rueckkehr fuer meinen Geburtstag - mal schauen! Jetzt erstmal die Tour zur Kueste planen und heute nochmal einen schoenen Abend hier geniessen!

Bis bald, sonnige Gruesse, und einen schoenen ersten Advent!

Romy & Heiko

6 comments

Landkrank

Posted by Romy & Heiko Tue, 15 Nov 2005 21:45:00 GMT

Romy Lisa ;-)
Romy Lisa ;-)

Juten Tach allerseits,

hier die neuen Infos von der Suedhalbkugel - etwas verspaetet, da Inet hier sehr langsam + Probleme beim Pics hochladen … Das Schiff auf Galapagos machte uns seetauglich und damit landkrank. Der feste Boden erschien unserem Gehirn maechtig wackelig - wir moechten uns beim Gehen und Lesen nicht gesehen haben. Zum Glueck ging es relativ schnell (und traurig) in den Flieger nach Guayaquil. Von dort aus weiter mit dem Bus nach Cuenca. Aufregende Fahrt vorbei an den Ananasplantagen, hinauf in die Anden. Die Schwindelfreien sassen links und schauten auf die Wolken und sahen einen unvergessenen Sonnenuntergang. Alle anderen starrten auf die rechter Hand befindliche Felswand … und beteten!

Cuenca - kulturelle Hauptstadt und Artesania Zentrum mit einem sehenswerten Altstadtkern, der vom Kampf und der Fusion der Kulturen zeugt: Cañari, Inka, gierige Spanier und frz. Jesuiten. Viele deutsche Aussteiger getroffen, die O-Ton “hier ihre Freiheit haben”. Das Abendessen muss mit selbstgebasteltem Schmuck und Mitleid erzeugenden Gesten finanziert werden. Was uns spanisch vorkam: Sie wohn(t)en im teuren Hostel nebenan und waren in guten Restaurants zu sehen. Mit den Hostels in Cuenca hat jeder so seine eigene Geschichten: Unsere erzaehlen von Bettfloehen im Casa del Sol, deren Bisse ewig gejuckt haben, und von einer schlechten 80er Jahre Party im Hostel El Cafecito, die um 4.30Uhr einen grossraumdiscotechnoiden Ausklang fand, der UNkultivierter nicht haette sein koennen. Kurze Diskussion und wir brauchten fuer die Nacht nix bezahlen. Schlaftrunken zum Sonntagsmarkt nach Gualaceo: Suesse Omis verkaufen ihre noch suesseren Fruechte, die man nicht mit Namen kennt … und der Opi geht um 10.00 Uhr in die Kirche, um sich danach mit seinen Kumpels zu betrinken - uebrigens: erst in diesem Zustand werden die Gringo-Frauen angebaggert. 14.00Uhr beginnt fuer die Damen das Schaulaufen auf dem Marktplatz (obwohl die Maenner auf der Bank schlafend ihren Rausch geniessen).

Neue Woche, neue Erlebnisse. Weiter in den Sueden und Zwischenstop in Vilcabamba. Dieser dauert jetzt schon 8 Tage und wird sich noch bis Ende naechster Woche andauern. Im izhcayluma von Hubert erwartet - lustigster Rezeptionist mit vielen Stories aus Ecuador & Deutschland. Bevor es auf den Berg namens Mandango ging, durften wir am Einlass Blutgruppe und Reisepassnummer hinterlassen … gibt ein gutes Gefuehl fuer den Aufstieg. Vilcabamba ist das Zentrum der Entspannung und hier wird die Langsamkeit geboren, gelebt und genossen. Bis man z.B. ein Essen bestellt, vergehen ca.45 Minuten - und keiner stoert sich dran. Ort und Gegend sind weltbekannt, weil es hier Opis und Omis gibt, die 130 Jahre alt sind (man beachte die Zeitform![praesens]). Die Gegend hier ist soo traumhaft, dass wir uns entschlossen haben, in einem kleinen privaten Nationalpark zu arbeiten … look at http://koberpress.home.mindspring.com/vilcabamba/

Mehr Infos dann in den naechsten Tagen. Wuenschen Euch alles Gute und senden Euch die liebsten Gruesse nach Deutschland, Schottland, Holland, Neuseeland, …

Heiko & Romy

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Galapagosexplorer

Posted by Romy & Heiko Fri, 04 Nov 2005 21:13:00 GMT

Der mit dem Leguan - Iguana plane
Der mit dem Leguan - Iguana plane

Hiermit melden wir uns zurueck von unserem Besuch der “enchanted islands” und wir koennen nur sagen: es liegen sieben (fast) unbeschreibliche Tage hinter uns!! Hier ein Versuch:

Die Inseln beweisen, dass die Natur doch noch weit vor uns liegt, wenn es um Erfindungsreichtum geht! Man hoert zwar immer wieder Dinge ueber Galapagos aber nichts konnte uns auf DAS vorbereiten…

Angefangen hat die Reise mit der Charles Darwin Research Station, wo die Riesenlandschildkroeten, die den Inseln ihren Namen geben, nachgezogen und ausgewildert werden. Hier konnten wir die Konturen von “Lonesome George” erahnen, der der letzte seiner Art ist und nicht gewillt, sich mit Schildkroeten von anderen als seiner Heimatinsel zu vermehren… Schon traurig. Aber zum Glueck gibt es auf den anderen Inseln noch genug der gemuetlichen Viehcher, die es mal schnell auf 250 kg bringen und sich auch von fuenf grinsenden und “es einfach nicht fassen”-koennenden Touris und dem Klicken ihrer Kameras nicht aus der Ruhe bringen lassen.

Weiter gings dann mit unserem Luxuskatamaran incl. sehr entspannter Crew von Insel zu Insel und ueberall boten sich weitere Highlights. Aber wir wollen euch hier nicht mit umfassenden Beschreibungen langweilen, die werden dann individuell fuer die evolutionstheoretisch und biologisch interessierten gegeben ;-) Nur soviel vorab: das was Darwin sich da ueberlegt hat, scheint zu stimmen, wenn man sich nur die hoehe der Kakteen und die exakt darauf abgestimmte Laenge der Schildkroetenhaelse anschaut!! Wir sind mit Seeloewen und Seeschildkroeten geschnorchelt, ich ausserdem noch mit nem ca. 3,50 m breiten Mantarochen (ohne Scheiss, das Ding war breiter als das Boot mit dem wir zum schnorcheln rausgefahren sind - Waaahnsinn!), haben sogar nen Hai gesehen. Ausserdem die ganze Reihe von Darwins Finken, Albatrosse, Blaufusstoelpel - an Land die wohl am duemmsten dreinschauenden Voegel ever, aber wehe sie tauchen ab, dann sind sie die Akrobaten schlechthin, und natuerlich nicht zu vergessen, die Menge an Meeresleguanen (ebenfalls nur auf Galapagos zu finden und eigentlich ziemlich haesslich, aber irgendwie schon wieder schoen, wenn sie so durchs Wasser schwimmen und es einfach passt - so wie in Jurassic Park)!! Die Liste ist endlos, ebenso wie die Erklaerungen unseres super Guides’ der nicht aufhoeren konnte uns immer wieder den Unterschied zwischen den Spezies zu erklaeren. Ach so, und im Vorbeifahren gab es noch einen Blick auf die Lava des Sierra Negra Vulkans bei Nacht, ausserdem ueberall Spuren von Vulkanischer Aktivitaet - man geht entweder auf Lava, Lavasand oder Lavageroell!

Den Abschluss dieser Tour haetten wir auch nicht besser waehlen koennen: Der 40. Geburtstag unseres Guides, welcher in einer kleinen Kaschemme (erinnerte an HH) bei einer beachtlichen Menge an Original Havanna Club auf Eis gefeiert wurde. Wir beide waren die einzigen Europaeer in dem Ding, kein Touri weit und breit und es ging gut ab! Letztendlich musste ich noch die Ehre der deutschen Frauen aufrecht erhalten und beweisen, dass auch wir den Hintern zu Merengue schwingen koennen (wenn auch der Umfang des Hinterns betraechtlich hinter dem der einheimischen Damen zurueckblieb ;-))! Zuerueck ging es ziemlich spaet per Wassertaxi (fahrt ihr mal betrunken durch dunkles Hafenwasser und ihr werdet sehen…) und wir traeumten von Seeloewenbabies, Schildkroeten und einer baldigen Rueckkehr…

Jetzt sind wir in Cuenca in den suedlichen Anden. Die Anreise erfolgte gestern per Bus quer ueber die Anden - da macht es schon oefter mal “PLOPP” in den Ohren, bei der Hoehe… Aber zur Belohnung gabs super Aussichten auf Nebelwaelder und unbewohnte Taeler. Hier angekommen stellten wir fest, dass hier diese Woche Fiesta ist und es gut abgeht. Kann uns nur recht sein…

Bis bald, liebe Gruesse

Romy und Heiko

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